Rückblick mit Bildergalerie: Sankt Ursulas „Tag der offenen Tür" am 11. Januar 2020

Tag der offenen Tür (11. Januar 2020) (c) Bischöfliches Gymnasium St. Ursula Geilenkirchen (Renate Rauber)
Datum:
Do 15. Okt 2020
Von:
Marie Henseler (Schülerredaktion)

Es ist ein sonniger Samstagmorgen. Eigentlich ist um diese Uhrzeit und besonders am Wochenende nicht so viel in der Stadt Geilenkirchen los, und Kinder der vierten Klassen in der Region kennen bestimmt an diesem Morgen eine bessere Beschäftigung, als früh aufzustehen und mit ihren Familien zur Schule zu gehen. Heute ist aber alles anders. 

Anstatt den Morgen mit entspanntem Ausschlafen zu starten, strömen an eben diesem Samstag, dem 11. Januar 2020, etliche Schülerinnen und Schüler mit ihren Familien zum Gymnasium Sankt Ursula. Zu Beginn meines Tages stehe ich vor dem Schultor. Hunderte Kinder laufen an mir vorbei, unterhalten sich angeregt mit ihren Eltern oder Freunden oder bestaunen im Vorbeigehen das alte Schulgebäude. Sie scheinen neugierig und interessiert zu sein und können es anscheinend nicht abwarten, in den Tag zu starten und neue Erfahrungen zu machen. Aber was hat sie alle dazu verleitet, an diesem sonnigen Tag die Schule zu besuchen? Es ist Tag der offenen Tür und die Entscheidung der Viertklässler, auf das Gymnasium zu gehen, ist vielleicht noch ungewiss. Ob es wohl unsere Schule sein wird? Viele von euch sehen wir bestimmt bald wieder!

Star Wars in der Aula

Auf meinem Weg in Richtung Aula begegne ich verschiedenen Lehrern, einige ganz gelassen und auch in Vorfreude auf den Tag, andere in gewisser Hektik aufgrund letzter Vorbereitungen, denn schließlich startet der Tag jetzt gleich. Beim Betreten der Aula fallen direkt die in roten T-Shirts gekleideten Schülerinnen und Schüler auf, welche aufgrund eines entsprechenden Schriftzuges und auch aufgrund der Instrumente in ihren Händen als Mitglieder der Big Band zu identifizieren sind. Unter der Leitung von Herrn Leo Jansen spielen diese zur Begrüßung bereits verschiedene Lieder und begeistern damit vermutlich alle Kinder, die bereits den Weg in die Aula gefunden haben. Unterdessen begrüßen Herr Pallaske, Herr Jansen und Frau Hermbecker weiterhin am Eingang alle eintreffenden Gäste. Nach ein paar Minuten ist die Aula vollständig besetzt. Die letzten Sitzplätze werden eingenommen und andere Gäste sammeln sich im hinteren Bereich der Aula. Nach einem weiteren Lied der Big Band wird es ruhig in der Aula. Herr Pallaske tritt nach vorne und möchte die Viertklässler und ihre Familien begrüßen. Nur kurz wird das Geschehen durch ein kleines Mikrofonproblem unterbrochen, welches zum Schmunzeln bei allen Anwesenden führt. Die Stimmung ist dadurch gelockert, was man besonders den Kindern anmerkt.

Die Begrüßung durch Herrn Pallaske erfolgt. Auch der Schulseelsorger, Herr Kozikowski, stellt sich vor und erzählt besonders den jungen Grundschülern, was seine Aufgabe an unserer Schule ist; dabei vermittelt er den Kindern durch die Anmerkung „immer ein offenes Ohr“ zu haben, falls es mal zu Problemen kommen sollte, ganz sicher ein gutes Gefühl. Auch Frau Hermbecker meldet sich zu Wort. Als Unterstufenkoordinatorin schildert sie dabei den Eltern ihr persönliches Mitgefühl und betont, dass auch sie als Elternteil die Ängste vor einer solchen Entscheidung, nämlich dem des Schulwechsels eines Kindes, kennt. Damit dieser Teil des Tages auch für die Schülerinnen und Schüler der Klasse vier weiterhin interessant bleibt, spielt die Big Band zwischen den einzelnen Redeteilen. Besonders große Augen machen die Kinder, als die Schülergruppe die Titelmusik zu Star Wars spielt. Im Anschluss wird den Kindern Mut gemacht, an diesem Tag alle Räume zu besichtigen, selbst an Experimenten teilzunehmen und viele Fragen zu stellen. Danach wird es wieder laut in der Aula. Alle Besucher machen sich auf den Weg, das Schulgelände zu erkunden.

Simon, Marco und Matteo

Auf meinem Weg nach draußen begegne ich Simon und seinen Freunden Marco und Matteo. Alle drei sind zurzeit Viertklässler und überlegen, nach den Sommerferien unsere Schule zu besuchen. Während ich sie und ihre Familien in die Pausenhalle begleite und ihnen den Aufbau unserer Schule erkläre, erzählen mir die drei Jungen, dass ihre Lieblingsfächer Mathe und Sport sind und sie deshalb später auf jeden Fall den Probeunterricht für Mathematik besuchen möchten. Aus diesem Grund machen wir uns auf den Weg in das neue Gebäude G, welches nicht nur die zukünftigen Schülerinnen und Schüler, sondern auch die Eltern ziemlich beeindruckt, denn hier werden auch die Kinder der neuen Klasse 5 bald Unterricht haben.

Probeunterricht, Frau Verbocket und die digitale Tafel

Die Schilder auf den jeweiligen Türen weisen noch einmal darauf hin, welcher Probeunterricht angeboten wird und so möchten Simon, Matteo und Marco plötzlich nicht nur die eingeplanten zwei Fächer Probeunterricht besuchen, sondern am liebsten alle Angebote wahrnehmen, denn es gibt nicht nur Mathe, sondern auch Französisch, Latein, Englisch und Deutsch. Für die drei Freunde ist trotzdem, klar, dass sie auf jeden Fall den Matheunterricht besuchen möchten; nach langem Überlegen kommt dann noch Latein hinzu, obwohl sie sich eigentlich schon für Französisch entschieden hatten. Der Probeunterricht dauert eine halbe Stunde und findet bei Frau Verbocket statt. Mit weißem Papier und Stift ausgestattet fertigen die neugierigen Schülerinnen und Schüler zunächst ein Namensschild an. Zu Beginn des Unterrichtes ist der Raum vollständig gefüllt und kein Sitzplatz ist mehr frei. Das Thema der Unterrichtsstunde ist Bruchrechnung. Am Anfang noch ein wenig schüchtern, scheint die Nervosität verflogen, als die Kinder merken, dass der Unterricht auf der neuen Schule doch gar nicht so anders ist als der in der gewohnten Grundschule. Und so melden sich viele fleißig, als Frau Verbocket nach ihrem (Vor)Wissen fragt.

Mithilfe eines Arbeitsblattes und dem Beispiel einer Pizza, die den Schülerinnen und Schülern das theoretische näherbringen soll, sind alle im Klassenraum interessiert bei der Arbeit. Eine große Besonderheit und ein Ansporn aufzuzeigen, ist dabei das Arbeiten an der digitalen Tafel. Immer wenn Frau Verbocket jemanden drannimmt, laufen die Viertklässler stolz zur Tafel.  Zum Ende der Probestunde dürfen die alle, die möchten, noch Fragen stellen, wobei auch hier großes Interesse gezeigt wird. Die Frage, ob im Matheunterricht auch Geometrie und nicht nur theoretische Mathematik behandelt wird, bringt Frau Verbocket dabei zum Schmunzeln und die Bejahung der Frage entfacht bei den Kindern Begeisterung und Vorfreude auf den Unterricht an der neuen Schule. Beim Heraustreten aus der Klasse können Simon, Marco, Matteo und viele weitere Kinder gar nicht mehr aufhören zu schwärmen und ihren Eltern begeistert von dem Erlebten zu erzählen. Die Eltern scheinen daraufhin alle deutlich erleichtert, dass bisher alles so gut funktioniert hat und sind froh darüber, dass ihren Kindern der Tag so großen Spaß macht. Viel Zeit für Unterhaltungen bleibt jedoch nicht, denn nach wenigen Minuten soll schon der zweite Probeunterricht beginnen. Jetzt geht es für Simon und seine Freunde in den Lateinunterricht.

Asterix, Obelix und die erste Übersetzung eines ganzen Satzes

Waren die Eltern zuvor während des Probeunterrichtes noch vor dem Klassenraum geblieben, begleiten viele ihre Kinder in der zweiten Runde, um sich auch einmal von dem Unterricht zu überzeugen. Auch wenn mehrere Eltern noch darüber witzeln, dass Latein in der Schule nicht ihr bestes Fach gewesen sei, sind sie dennoch interessiert und freuen sich dabei – wie zuvor auch ihre Kinder – einmal die digitalen Tafeln in Aktion sehen zu dürfen. Für den Probeunterricht werden auch in diesem Fall Namensschilder angefertigt. Diesmal sind auf diese noch Asterix und Obelix gedruckt worden, was das Interesse bei den Jungs und Mädchen schon einmal wachsen lässt. Gespannt auf den Unterricht unterhalten sie sich bereits über das, was sie wohl in der nächsten halben Stunde erwarten wird. Herr Cremer beginnt den Unterricht ganz traditionell mit der lateinischen Begrüßung „Salvete discipuli discipulaeque“. Während einigen noch unklar ist, was diese Aussage wohl zu bedeuten hat, können andere mit ihren Italienischkenntnissen punkten und bereits die Übersetzung liefern. Dabei erlernen die Schülerinnen und Schüler auch den passenden Antwortsatz und haben so bereits zum Anfang der Unterrichtsstunde etwas gelernt.

Im Verlauf des Unterrichtes zeigt Herr Cremer ein Bild von einer „Villa rustica romana“ unter dem Titel „Die Ferien sind zu Ende“. Ein buntes Bild mit lauter Tieren und Menschen. Obwohl die Schülerinnen und Schüler vorher noch (fast) kein Vorwissen bezüglich der lateinischen Sprache hatten, merken sie schnell, dass manche Vokabeln durch die Bilder und die danebenstehende Vokabel einfach erlernt werden können. Ein großes Erfolgserlebnis für die Kinder. Gesteigert wird dies noch einmal am Ende des Unterrichtes, als sie sogar schon einzelne Sätze übersetzen können. Das hätten viele wohl vorher nicht gedacht und sind deshalb umso glücklicher, als sie den Raum verlassen und ihr gelerntes Wissen schon anwenden können.

Experimente

Motiviert von tollen Erfolgserlebnissen wollen Simon, Marco und Matteo sogar noch eine weitere Unterrichtsstunde besuchen, werden aber in ihrer Freude getrübt, da nur zwei Probestunden möglich waren. Um die drei abzulenken, und noch mehr Neues zu erfahren, betreten wir den Trakt N und besuchen dort die Physikräume. Die drei Grundschüler führen dort eigene Experimente durch zu Themen wie Magnete, Wind und Wärmespeicherung und sind sofort wieder voll bei der Sache. Das gezeigte Experiment zum Thema ,Vakuum‘ ist dabei besonders interessant. Auch die Astronomie begeistert alle und so ist es für die Eltern schwierig, ihre Kinder überhaupt zum Weitergehen zu bewegen. Mit dem Versprechen, als nächstes das Bistro zu besuchen, um eine kleine Pause einzulegen, werden sie dann aber doch überzeugt.

Im Bistro gefallen den Kindern besonders die Einrichtung und natürlich das Essen. Begeistert reflektieren sie noch einmal die bisherigen Erlebnisse und legen eine kurze Pause ein. Als letztes begleite ich die Familien noch einmal zu den Infoständen im AG-Bereich. Die Big Band, die zu Beginn des Tages in der Aula gespielt hatte, ist dabei ein wichtiger und interessanter Bestandteil. Der Tag der offenen Tür neigt sich dem Ende zu und so dürfen die drei Jungen zuletzt noch auf dem Fußballfeld des Schulhofs spielen, was ihnen dann noch einen schönen entspannten Abschluss von dem aufschlussreichen, aber doch anstrengenden Tag liefert. Auf die Frage, ob ihnen der Tag gefallen habe und sie sich vorstellen können, am Ende der Sommerferien unsere Schule zu besuchen, antworten alle drei mit „auf jeden Fall!“. Insgesamt war es also ein gelungener Tag, und vielleicht sehen wir uns ja bald wieder.

Artikel vom 17. Januar 2020 (Marie Henseler)

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