Schulpastoral

Schulpastoral (c) Bischöfliches Gymnasium St. Ursula Geilenkirchen (Ute Haupts)

Grundsätzliches zur Schulpastoral an unserer Schule1)

Schulpastoral ist ein integraler Bestandteil des Erziehungsauftrags unserer Schule und deshalb nicht auf den Unterricht oder Religionsunterricht beschränkt. Die Orientierung an den Prinzipien des christlichen Glaubens als Anspruch richtet sich also nicht nur auf den respektvollen, wertschätzenden Umgang aller miteinander im Schulalltag, sondern ebenso auf die Auseinandersetzung mit geistigen Inhalten in jedem Unterricht, wenn zum Beispiel Wertungen und Urteile in ihrer Gültigkeit auch am Maßstab der frohen Botschaft Jesu Christi gemessen werden müssen. Denn die Verantwortung für den Mitmenschen und die Schöpfung ist ein zentraler Gesichtspunkt für alle Erziehungs- und Bildungsbemühungen an unserer Schule. Daher ist die pastorale Gestaltung des schulischen Lebens gemeinsame Aufgabe nicht nur des Schulseelsorgers und der Religionslehrerinnen und Religionslehrer, sondern aller Lehrinnen und Lehrer sowie der gesamten Schulgemeinschaft.

1) vgl.: Qualitätskriterien für Katholische Schulen. Ein Orientierungsrahmen. – Hrsg.: Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz. Bonn 2009.  

Ziel der Schulpastoral ist es, die froh und heil machende Wirkung des christlichen Glaubens im Lern- und Lebensraum Schule erfahrbar werden zu lassen. In erster Linie dienen hierzu die Eucharistiefeiern, die wöchentlich für die gesamten Jahrgangsstufen 5 und 6 stattfinden, und die Gottesdienste, die für die ganze Schulgemeinde regelmäßig zu den Hochfesten des Kirchenjahres angeboten werden. Darüber hinaus finden in der Advents- und Fastenzeit vor dem Unterrichtsbeginn Andachten statt, in denen unsere Schülerinnen und Schüler Gelegenheit finden, sich im Gebet auf die großen Glaubensfeste vorzubereiten.

Auch im Engagement für Menschen, denen es nicht so gut geht wie uns, erfahren unsere Schülerinnen und Schüler, was „frohe Botschaft“ bedeutet; denn das Teilen der Freude mit anderen ist für einen jeden selbst eine beglückende Erfahrung: Hier sind besonders unser VOZAMA- Schulprojekt, in dem wir Verantwortung für die Bildung von Kindern auf Madagaskar übernehmen, unser Obdachlosenprojekt und die Teilnahme an der 72-Stunden-Aktion zu nennen. Und auch wenn aktuell Notsituationen entstehen, sind immer Klassen, Kurse oder andere Gruppen unserer Schülerschaft bereit, engagiert und tatkräftig Hilfe zu leisten. Nicht nur in der Verantwortung für andere Menschen, sondern auch im Gemeinschaftserlebnis verwirklicht sich die frohmachende Wirkung des christlichen Glaubens, und das insbesondere dann, wenn man den Schulraum verlässt und sich gemeinsam auf eine Fahrt oder einen Weg des Glaubens begibt. So fahren alle Schülerinnen und Schüler im ersten Jahr ihrer Laufbahn an unserer Schule zur Kirche der heiligen Ursula nach Köln; für alle Schülerinnen und Schüler besteht das Angebot, an fünf Tagen im Frühjahr an der Wallfahrt zum Grab des Apostels Matthias nach Trier teilzunehmen; ältere Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, auf einer Fahrt nach Taizé ihren Glauben zu feiern und zu festigen.

Die Grundlage unseres erzieherischen Handelns und insbesondere unserer Schulpastoral ist das christliche Gottes- und Menschenbild. An ihm orientiert sich unser vielfältiges schulpastorales Angebot, das in unterschiedlicher Weise auf die verschiedenen Zielgruppen in der Schulgemeinde abgestimmt ist und je nach aktuellen Anforderungen verändert und ergänzt wird.

Schulpastoral am Bischöflichen Gymnasium Sankt Ursula Geilenkirchen:

Vozama: „Retten wir die kleinen Kinder von Madagaskar!“

LogoVOZAMA
Unser soziales Schulprojekt

Seit 2015 unterstützt unsere Schule VOZAMA, ein Dorfschulprojekt auf Madagaskar. Dabei kooperieren wir mit MISEREOR (Projektpartnerschaftsnummer: 14701). Dieses Projekt gibt es seit über 20 Jahren. Bisher entstanden schon über 750 kleinste Dorfschulen im südlichen Hochland von Madagaskar, wo jährlich über 11 000 Schülerinnen und Schüler die erste Grundbildung erhalten. Nach einer zweijährigen Grundbildung schaffen die Kinder in den meisten Fällen den Übergang zur weiterführenden Schule und damit sind sie „gerettet“:

VOZAMA ist die Abkürzung des madagassischen Satzes: „Venjeony zaza Malgazy!“ Das heißt: „Retten wir die kleinen Kinder von Madagaskar!“

Bildung ist der Schlüssel für eine gute Zukunft und für die Entwicklung eines Landes. Zusammen mit MISEREOR bringen wir Bildung in die entlegensten Dörfer der Insel:

St. Ursula macht Schule!

Infos zum VOZAMA-Projekt bei MISEREOR

Madagaskar

Madagaskar ist die viertgrößte Insel der Welt und gehört zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. Mehr als drei Viertel der Bevölkerung leben in extremer Armut. In Madagaskar kann rund ein Drittel der Menschen nicht lesen und schreiben. Nur zwei von drei Kindern werden eingeschult. In den ländlichen Regionen ist die nächste Schule meist kilometerweit entfernt. Die Familien sind oft zu arm, um Schuluniform, Hefte und Bücher zu kaufen. VOZAMA macht es ihnen möglich. Mit der VOZAMA-Dorfschule entwickelt sich das ganze Dorf weiter. Außerschulische Aktivitäten – wie Aufforstung von Brachflächen, Fortbildung der Eltern der Dorfschulkinder, Entwicklung nötiger Baumaßnahmen im Dorf – unterstützen die Dorfentwicklung. So bringen Elementarschulen die Dorfentwicklung voran. Damit bekommen die Madagassen eine neue Perspektive für eine bessere Zukunft. So verbindet sich das Projekt das Motto: „Das Dorf macht Schule“ mit dem Motto: „Die Schule macht das Dorf“.

Und es bestätigt sich das afrikanische Sprichwort: Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern.

Spendenkonto

Kontoverbindung für steuerlich absetzbare Spenden:

St. Ursula-VOZAMA-Spendenkonto bei MISEREOR bei der PaxBank Aachen:

Verwendungszweck: S11531 VOZAMA-St. Ursula

IBAN: DE75 3706 0193 0000 101010

BIC: GENODED1PAX

Im Laufe der Jahre ist das Gottesdienstkonzept am Gymnasium St. Ursula immer wieder verändert worden und den Bedingungen, die durch das Personal, die Räumlichkeiten sowie die schulorganisatorischen Voraussetzungen gegeben sind, angepasst worden. Das aktuelle Konzept ist seit dem Schuljahr 2016 in Kraft und ist von einem Arbeitskreis aus Schülern, Eltern und Lehrkräften entwickelt worden. Während in früheren Jahren durch einen Priester als Schulseelsorger im Kollegium und durch die Kapelle der Ordensfrauen innerhalb des Schulgebäudes mehrere Messfeiern in der Woche für die Schüler möglich waren, feiern wir dank der Mitwirkung des Ortspfarrers an St. Mariä Himmelfahrt noch einmal wöchentlich die heilige Messe. An diesem Gottesdienst nehmen mittwochs in der ersten Stunde alle Schüler der Jahrgangsstufen 5 und 6 teil, und diese Schulmessen werden in der Regel durch den Schulseelsorger bzw. Kolleginnen und Kollegen inhaltlich vorbereitet.

Daneben existiert ein Konzept für wöchentliche Wort-Gottes-Feiern in Jgst. 7, die von der Hälfte der Jahrgangsstufe im 14-tägigen Wechsel besucht werden, wobei eine Klasse mit ihrem Religionslehrer die inhaltliche Vorbereitung übernimmt. Für die musikalische Gestaltung zeichnen der Schulseelsorger und eine weitere Kollegin sowie eine kleine Schüler-Schola verantwortlich.

Für die Jahrgangsstufen 8 bis Q 2 gibt es zu fünf Terminen im Schuljahr Wort-Gottes-Feiern in der Kirche St. Mariä Himmelfahrt, die von Kollegen vorbereitet werden: zum Start ins Schuljahr, zum Fest der hl. Ursula, kurz vor Weihnachten, zu Aschermittwoch und Pfingsten. Hieran nehmen aufgrund des Platzangebotes in der Kirche jeweils zwei Jahrgangsstufen teil. Darüber hinaus besteht für jede Klasse die Möglichkeit, in Absprache mit Kollegen und dem Schulseelsorger Gottesdienste in der Kirche oder im Raum der Stille zu feiern.

Im Laufe des fünften Schuljahres fährt jede Klasse der Jgst. 5 an einem Vormittag nach Köln, um dort die Basilika der heiligen Ursula und das Grab der Patronin unserer Schule aufzusuchen. Im Rahmen einer kurzen und kindgerechten Kirchenführung werden der Kirchenraum der Basilika, die Ursula-Legende sowie die Goldene Kammer mit den Reliquien und die Geschichte der Verehrung der hl. Ursula und ihrer Gefährtinnen vorgestellt. Daneben ist noch Zeit zu einem kurzen historischen Altstadtspaziergang, bevor die Exkursion mit einem Mittagessen in einem Kölner Brauhaus endet.

Zur Taizé-Fahrt des Bischöflichen Gymnasiums Sankt Ursula Geilenkirchen informiert der Schulseelsorger.

Trierwallfahrt (c) Bischöfliches Gymnasium St. Ursula Geilenkirchen (Martin Schiffer)

Die Trierwallfahrt steht am Bischöflichen Gymnasium Sankt Ursula Geilenkirchen schon seit 1984 in jedem Jahr fest im Terminkalender. Die einzelnen Tage der Wallfahrt mit Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern der Schule werden von Schülergruppen mit Liedern, Texten zum Meditieren, Wort-Gottes-Feiern und Eucharistiefeiern vorbereitet. Ziel der Wallfahrt ist St. Matthias in Trier, das einzige Apostelgrab nördlich der Alpen.

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Originale Begegnung im Kloster

Zu Beginn der Jahrgangsstufe 7 findet seit fast 20 Jahren eine Kennenlernfahrt für jede der neu zusammengestellten Klassen statt. Als durch die Umstellung auf G 8 die in Jgst. 10 vorgesehenen Besinnungstage bzw. Tage religiöser Orientierung in der Sekundarstufe I entfielen, wurde beschlossen, die Fahrt in Jgst. 7 mit einem religiösen Impuls zu versehen. Daher besuchen die Schüler während der dreitägigen Fahrt ein Kloster in der Nähe ihres Aufenthaltsortes zu einem Informationsgespräch. Sie lernen dort im Rahmen einer originalen Begegnung Ordensleute kennen, ihnen wird vom Leben im Kloster erzählt, und sie kommen mit den Ordensleuten ins Gespräch. Auf diese Weise ergibt sich häufig ein erster beeindruckender und aufschlussreicher Kontakt, weil den Schülern in den meisten Fällen die Lebensform der Ordensleute recht fremd ist. 

Köln im Februar 2019 – Eine denkwürdige Begegnung:

Eigentlich ist unser Einsatz schon beendet, als wir an der U-Bahn-Haltestelle „Appellhofplatz“ auf unsere Bahn warten. Schnell fällt uns ein offenkundig obdachloser Mann auf, der auf einer Bank wartet und der Schuhe trägt, wie wir sie außerhalb des Fernsehens noch nie gesehen haben: total abgelaufen, voller Löcher, an einem Schuh löst sich vorne die ganze Sohle, verschlissene und schmutzige Socken sind zu sehen. Wir sprechen ihn an, ob wir ihm mit einem neuen Paar Schuhe etwas Gutes tun dürfen. Die Schuhe, die wir ihm, weil unser Einsatz ja schon hinter uns liegt, nur noch anbieten können, sind ihm eigentlich ein kleines Bisschen zu klein, aber wir machen eine Ausnahme und geben sie ihm gerne und aus offenkundigem Grund: Er braucht ganz dringend neue und gescheite Schuhe! Freudestrahlend nimmt er sie entgegen, zieht seine alten Schuhe augenblicklich aus und wirft sie in einer fließenden Bewegung, ohne sie auch nur noch eines Blickes zu würdigen, in den neben der Sitzbank angebrachten Abfalleimer.

Mit unseren Schuhen haben wir für diesen Mann etwas verändert – und wenn es nur die Temperatur seiner Zehen, die Sauberkeit seiner Socken und die Bodenhaftung beim Gehen sind. Und seine Freude und seine Dankbarkeit haben in uns auch etwas verändert: Wir wissen, dass man nicht wegschauen darf, wie es den Menschen um uns herum geht, und dass man mit etwas Kleinem etwas bewirken kann.

 

Wie aus Plätzchen Schuhe werden:

Das Obdachlosenprojekt findet jetzt schon seit vielen Jahren in Kooperation mit der Marienschule in Leverkusen-Opladen und der katholischen Obdachlosen-Seelsorge Gubbio in Köln statt. Viele Hände helfen, den Kölner Obdachlosen jedes Jahr im Winter mit einem neuen Paar Schuhe eine große Hilfe zu sein, denn ein gutes Schuhwerk ist gerade bei kalten Temperaturen für Menschen, die auf der Straße leben, von besonderer Bedeutung.

Hierzu backen die Kinder aus der fünften und sechsten Klasse zuhause fleißig die unterschiedlichsten und köstlichsten Plätzchen. Diese verpacken wir in Tüten mit einer bunten Mischung, die von den Besuchern des „großen“ Elternsprechtags im November gegen eine freiwillige Spende erworben werden. Durch die enorme Großzügigkeit der Eltern sammeln wir jedes Jahr zwischen 1000 und 1500 Euro. Die Schüler in Leverkusen sammeln in einer ähnlichen Aktion ebenfalls Geld.

Von den Spenden kaufen wir dann Schuhe, oftmals durch Kooperationen zu einem günstigeren Preis. Im Januar oder Februar machen wir uns dann mit einer kleinen Delegation von Oberstufenschülern auf den Weg nach Köln, um dort bei Gubbio die „Kollegen“ aus Leverkusen und die Obdachlosenseelsorger zu treffen. Wir feiern einen kleinen Gottesdienst, essen gemeinsam zu Abendbrot und machen uns dann mit den Schuhen auf zum Appellhofplatz, wo sich in den Wintermonaten abends die Obdachlosen für die Suppenküche versammeln. Hier finden dann beim Verteilen der Schuhe viele denkwürdige Begegnungen statt, die unsere Schüler und wir so schnell nicht vergessen werden. Regelmäßig wird uns aufgetragen, den vielen Helfern aus Geilenkirchen und Leverkusen, die mit einer einfachen Portion selbstgebackener Plätzchen so viel Gutes tun, ein großes DANKESCHÖN auszurichten.

Neben den Schülerinnen und Schülern des Bischöflichen Gymnasiums Sankt Ursula Geilenkirchen nahmen an der vergangenen 72-Stunden-Aktion in ganz Deutschland insgesamt 3.400 Gruppen und über 160.000 Mitwirkende teil. Neben den Gruppen aus Deutschland waren auch 45 internationale Gruppen dabei. Die Aktion wurde vor Ort von den BDKJ Diözesanverbänden organisiert. Weitere Informationen zur Aktion und eine Übersicht der teilnehmenden Bistümer gibt es auf https://www.72stunden.de/.

"Uns schickt der Himmel"

Unter diesem Motto nahm die Klasse 8a mit Frau Oberthür und Herrn Kozikowski an der 72-Stundenaktion teil.

Eigentlich ist der alte Schwesternfriedhof ein ruhiger und verlassener Ort auf unserem Schulgelände, doch die 72-Stunden-Aktion des Bistums und des BDKJ war für uns Anlass, den Friedhof der Schwestern wieder ansehnlich zu machen. So wollen wir den Dank und den Respekt vor den Gründerinnen unserer Schule zum Ausdruck bringen.

Am 24. Mai ging es los: Trubel auf dem Friedhof, denn 26 Schülerinnen und Schüler der 8a machten sich ans Werk, angeleitet von Frau Oberthür und Herrn Kozikowski. In grünen Aktions-T-Shirts schnitten wir Büsche in Form, rissen Unkraut aus, schrubbten die Grabsteine und harkten die Wege. Und zum Schluss wurde ein wenig Lavendel und Storchenschnabel neu gepflanzt. Es war für manche in der Klasse eine ganz neue Erfahrung, denn einige hatten noch nie zuvor Gartenarbeit verrichtet.

Uns allen hat es viel Spaß gemacht! Wir haben im Team zusammengearbeitet und uns mal körperlich betätigt. Zudem haben wir einmal etwas Soziales gemacht, wo am Ende ein sichtbares Ergebnis steht: Der Friedhof war zuvor verwahrlost. Das Unkraut stand mannshoch auf den Gräbern. Doch nach einem sonnigen Tag an der frischen Luft hatten wir den Friedhof in einen würdigeren Ort dankbarer Erinnerung verwandelt.