Leseprojekt in der Klasse 5e: Dann müssen die Bücher eben zu den Schülern kommen. Am besten spannend verpackt… in einem Bücherwürfel.

Projekt „Bücherwürfel
Mi 22. Jan 2020
Eileen Jansen (Schülerredaktion)

Emma, eine Schülerin der Klasse 5e, hat sich bereits das achte Buch ausgeliehen. Nein, nicht innerhalb eines Jahres, sondern seit dem vergangenen Oktober, da startete das Projekt. Aber nicht nur Emma ist, spätestens seitdem die Klasse einen „Bücherwürfel“ hat, eine begeisterte Leserin. Auch ihre Mitschüler und Mitschülerinnen finden die Bücher und ihren Bücherwürfel „wunderschön“ und sind mit Begeisterung bei der Sache.

Und so funktioniert der „Bücherwürfel“: Der durchsichtige Würfel enthält verschiedene altersgemäße Bücher unterschiedlicher Kategorien. Die Anzahl der Lektüren entspricht genau der Anzahl der Schüler / Schülerinnen dieser Klasse plus zwei Bücher zusätzlich. Fast jede Woche am Ende verschiedener Stunden kommt der „Bücherwürfel“ zum Einsatz. Den Schlüssel gibt's beim Lehrer, dann darf getauscht werden. Liegt ein interessantes Buch im Würfel, kommt es in die Schultasche; das zuletzt gelesene wird zum Tausch in den Plexiglaswürfel gelegt. Findet das gerade hereingelegte Buch wieder jemand toll, spannend oder eben „wunderschön“, darf sofort weitergetauscht werden. Damit „wunderschön[e]“ Bücher nicht ewig in Schultaschen, auf Schreibtischen oder in Nachtkommoden versauern, gibt es einen Pflichttauschtermin, immer unmittelbar vor den Ferien. Dann kommen alle Bücher zurück, und im Klassenraum wird neu verteilt. Die meisten suchen sich dann natürlich ein Buch aus, das sie noch nicht kennen. Darin können sie sich zuerst einmal einlesen. Wenn es ihnen jedoch nicht gefällt, kann es natürlich wieder in den „Bücherwürfel“ zurückgebracht und gegen eines der übrig gebliebenen Bücher getauscht werden.

Die Schüler und Schülerinnen haben zwar beim Verteilen der Bücher am Pflichttauschtag die freie Auswahl, jedoch ist es nicht sicher, dass sie auch wirklich das gewünschte Buch bekommen. Wenn sich mehrere Interessenten melden, entscheidet ein spezielles Losverfahren. Hierzu müssen sich die Betroffenen jeweils eine Zahl zwischen 1 und 6 aussuchen, dann wird natürlich... gewürfelt. Dessen Zahl der Würfel zuerst zeigt, bekommt das auserwählte Buch. Jeder, der sich auch für das Buch gemeldet hat, muss sich daraufhin für ein anderes Buch entscheiden. Beim Besuch fiel auf, dass die Bücher, die den Schülern am meisten gefielen, die buntesten Cover trugen. Auch die neuen, aktuelleren Jugendbücher verteilten sich schneller als Klassiker wie „Robinson Crusoe“, die eher vernachlässigt wurden. Beim kleinen Interview im Anschluss allerdings beschrieben die Leser und Leserinnen, die sich eher für ältere Bücher wie „Das fliegende Klassenzimmer“, „Die kleine Hexe“ oder „In 80 Tagen um die Welt“ entschieden hatten, ihre Lektüre als genauso spannend und einfach und gut verständlich geschrieben. Dieser Schreibstil und die Geschichten schienen den Schülern und Schülerinnen ebenso zu gefallen, denn sie erzählten von ihren Gedanken und Erfahrungen mit einem breiten Lächeln.

Die Auswahl der Bücher im „Bücherwürfel“ ist zusammen mit der nahe gelegenen Buchhandlung Lyne von de Berg ausgesucht und angeschafft worden. Das Projekt wurde aber nicht nur von der Buchhandlung unterstützt. Den Würfel mit Schließmechanismus gab es vom Verein der Freunde und Förderer, und einige Verlage haben Freiexemplare bereitgestellt, sodass der finanzielle Beitrag der Schüler gering blieb. Alle Schüler haben neben der Leseerfahrung noch etwas davon, denn das letzte Buch am Ende der Klasse 6 darf behalten werden.

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