Spendenaufruf des Organisationsteams zum Obdachlosenprojekt 2020/2021: In diesem Jahr auch ohne Plätzchen Gutes tun

Obdachlosenprojekt (c) Bischöfliches Gymnasium St. Ursula Geilenkirchen (Anne Kreutzer)
Datum:
Sa. 5. Dez. 2020
Von:
Anne Kreutzer und Anne Ziemons

Liebe Schülerinnen und Schüler,

liebe Eltern, liebe Schulgemeinde,

in diesem Schuljahr ist alles anders. Vor Kurzem hatten wir einen Elternsprechtag, wie wir ihn im letzten Jahr nicht für möglich gehalten hätten. Viel Selbstverständliches fehlte, das eigentlich immer zu einem Sprechtag an unserer Schule hinzugehört. Auf einiges könnte man auch in Zukunft sicherlich verzichten, so z. B. das Warten vor den Klassenzimmern oder das Hin- und Herlaufen zwischen den unterschiedlichen Gebäuden. Was dem einen oder anderen neben den ganz persönlichen Gesprächen aber vielleicht besonders fehlte, sind die von freundlichen kleinen Kindern so herzlich angepriesenen Plätzchen-Tüten, die jedes Jahr gegen eine freiwillige Spende im Rahmen unseres Obdachlosenprojekts am Elternsprechtag verkauft werden. Die Pandemie hat auch hier – wie in so vielen Bereichen – einen ,Strich durch die Rechnung‘ gemacht.

Ein warmes Paar Schuhe wird in diesem Winter von besonderer Bedeutung sein

Jetzt ist es aber natürlich so, dass gerade in einer Krisenzeit wie dieser unsere Hilfe für die Obdachlosen in Köln besonders benötigt wird. Denn mit unserem Engagement können wir jedes Jahr sehr viel erreichen. Durch das Sammeln der Spenden, für die es im Gegenzug von den Schülerinnen und Schülern selbst gebackenen Plätzchen gibt, kommt in der Regel ein Betrag zwischen 1200 und 1500 Euro zusammen. Mit diesem Geld kaufen wir in jedem Jahr in der Weihnachtszeit Schuhe, die wir im Rahmen unserer Kooperation mit der katholischen Obdachlosenseelsorge Gubbio aus Köln sowie dem Schwesterprojekt an der erzbischöflichen Marienschule in Leverkusen-Opladen dann im Januar an die Obdachlosen verteilen. Hierbei entstehen für unsere Schülerinnen und Schüler viele unvergessliche Begegnungen, die sich in dem Gefühl bündeln, dass man mit so wenig Aufwand so viele Gutes erreichen kann.

Gerade dieser Winter wird für die Obdachlosen besonders hart werden. Die Innenstädte sind leerer, Menschen, die eine Kleinigkeit spenden, daher weniger und auch die Plätze in den Notunterkünften werden aufgrund der Hygienevorschriften weniger zahlreich sein können. Ein warmes Paar Schuhe wird also gerade in diesem Winter für die Menschen, die auf der Straße leben, von besonderer Bedeutung sein.

PayPal oder Spendenbox

PayPal (c) Bischöfliches Gymnasium St. Ursula Geilenkirchen (Anne Kreutzer)

Wir möchten Euch und Sie daher bitten, auch ohne Plätzchen-Aktion eine Kleinigkeit für unser Obdachlosenprojekt zu spenden, damit wir den Menschen in Köln wie gewohnt durch ein Paar neue Schuhe helfen und die wunderbare Arbeit von Gubbio damit unterstützen können.

Bitte spenden Sie per PayPal an obdachlosenprojekt@st-ursula-gk.de oder geben Sie Ihrem Kind eine kleine Spende mit, die es in der Schule abgeben kann. In der Pausenhalle steht eine große Spendenbox, in der die Spenden gesammelt werden.

Wir danken im Voraus von Herzen – auch und gerade im Namen all der lieben Menschen, die unsere Hilfe brauchen und denen wir jedes Jahr begegnen.

Wir wünschen allen eine besinnliche Vorweihnachtszeit und vor allem viel Gesundheit!

Anne Ziemons und Anne Kreutzer

Kleiner Rückblick: Köln im Februar 2019

Mülleimer (c) www.pixabay.com

Eigentlich ist unser Einsatz schon beendet, als wir an der U-Bahn-Haltestelle „Appellhofplatz“ auf unsere Bahn warten. Schnell fällt uns ein offenkundig obdachloser Mann auf, der auf einer Bank wartet und der Schuhe trägt, wie wir sie außerhalb des Fernsehens noch nie gesehen haben: total abgelaufen, voller Löcher, an einem Schuh löst sich vorne die ganze Sohle, verschlissene und schmutzige Socken sind zu sehen. Wir sprechen ihn an, ob wir ihm mit einem neuen Paar Schuhe etwas Gutes tun dürfen. Die Schuhe, die wir ihm, weil unser Einsatz ja schon hinter uns liegt, nur noch anbieten können, sind ihm eigentlich ein kleines bisschen zu klein, aber wir machen eine Ausnahme und geben sie ihm gerne und aus offenkundigem Grund: Er braucht ganz dringend neue und gescheite Schuhe! Freudestrahlend nimmt er sie entgegen, zieht seine alten Schuhe augenblicklich aus und wirft sie in einer fließenden Bewegung, ohne sie auch nur noch eines Blickes zu würdigen, in den neben der Sitzbank angebrachten Abfalleimer.

Mit unseren Schuhen haben wir für diesen Mann etwas verändert – und wenn es nur die Temperatur seiner Zehen, die Sauberkeit seiner Socken und die Bodenhaftung beim Gehen sind. Und seine Freude und seine Dankbarkeit haben in uns auch etwas verändert: Wir wissen, dass man nicht wegschauen darf, wie es den Menschen um uns herum geht, und dass man mit etwas Kleinem viel bewirken kann.