Interview mit dem Astronomiekurs zum Merkurtransit: Es waren zwar viele Wolken am Himmel, trotzdem ist es „natürlich immer interessant zu sehen, was im Weltraum abgeht“.

Astronomiekurs_Merkurtransit (c) Bischöfliches Gymnasium St. Ursula Geilenkirchen (Dominik Esser)
Fr 22. Nov 2019
Eileen Jansen (Schülerredaktion)

Am 11. November konnte man von der Erde aus beobachten, wie der kleine Planet Merkur an der Sonne vorbeizieht. Der Astronomiekurs unserer Schule hatte an diesem Tag Teleskope auf dem Schulgelände aufgebaut, um die Sonne und den vorbeiziehenden Merkur zu beobachten. Die Schülerredaktion hat die Schülerinnen und Schüler des Kurses zu dieser Aktion befragt.

Warum habt ihr gerade am 11. November durch das Teleskop gesehen?

Man kann sich das ja nicht wirklich aussuchen. 😊 Ein Merkurtransit findet sehr selten statt, und es ist natürlich besonders interessant, wenn man mal die Möglichkeit hat, so etwas zu beobachten; und darum haben wir das am 11. November natürlich gemacht bzw. versucht.

Woher hattet ihr das Teleskop zur Beobachtung?

Astronomiekurs_Merkurtransit (c) Bischöfliches Gymnasium St. Ursula Geilenkirchen (Dominik Esser)

Herr Kwade hat natürlich die Teleskope zur Beobachtung zur Verfügung gestellt.

Was konnte man durch das Teleskop sehen? Sieht man überhaupt etwas, wenn man in die Sonne guckt?

Astronomiekurs_Merkurtransit (c) Bischöfliches Gymnasium St. Ursula Geilenkirchen (Dominik Esser)

Am 11. November leider nichts. Theoretisch hätte man aber sehen können, wie der Merkur, der nächste Planet an der Sonne, an der Sonne vorbeizieht. Dadurch, dass wir zwei Teleskope hatten, hätte auch Verschiedenes beobachtet werden können: Bei dem sog. „Linsenteleskop“ filtert ein „Weißlichtfilter“, die für das menschliche Auge gefährlichen Strahlen heraus, sodass man nur noch einen weißen Kreis (Sonne) und gegebenenfalls einen kleinen, kaum erkennbaren schwarzen Kreis (Merkur) sieht, der an der Sonne vorbeizieht.

Bei dem sog. „H-Alpha-“ oder auch „Sonnenteleskop“ kann man mehr die Oberflächenstruktur der Sonne erkennen. Dieses Thema haben wir im Zusammenhang mit dem Merkurtransit behandelt. Doch auch durch dieses Teleskop hätte man den Merkur an der Sonne vorbeiziehen sehen können.

Astronomiekurs_Merkurtransit (c) Bischöfliches Gymnasium St. Ursula Geilenkirchen (Dominik Esser)

Was ist eigentlich ein Merkurtransit?

Astronomiekurs_Merkurtransit (c) Bischöfliches Gymnasium St. Ursula Geilenkirchen (Dominik Esser)

Der Merkur zieht in seiner von uns aus gesehenen etwas schrägen und elliptischen Umlaufbahn an der Sonne vorbei. Da der Merkur zwischen Erde und Sonne läuft, sieht es für uns durch das Teleskop so aus, als würde der kleinste Planet unseres Sonnensystems an der Sonne vorbeiwandern.

Warum finden Merkurtransite nur so selten statt?

Ein Merkurtransit findet eher selten und immer in unregelmäßigen Abständen statt. Das liegt nicht nur an der etwas geneigten Umlaufbahn des Merkurs im Vergleich zur Umlaufbahn der Erde um die Sonne, sondern auch daran, dass man auf der Tagseite der Erde sein muss, um den Merkur an der Sonne, die nun mal nur tagsüber scheint, vorbeiziehen zu sehen. Außerdem bewegt sich der Merkur durch seine kleinere Umlaufbahn schneller um die Sonne als die Erde, so kommt es nur sehr selten so aus, dass man von der Erde aus den Merkur vor der Sonne sehen kann.

Wie groß ist der Merkur im Vergleich zur Erde und der Sonne?

Merkur und Erde (c) Bischöfliches Gymnasium St. Ursula Geilenkirchen (Dominik Esser)

Der Vergleich zur Sonne ist ja klar, das Größenverhältnis Merkur – Erde sieht man sehr schön auf unserem Plakat.

Wie habt ihr euch auf dieses Ereignis vorbereitet?

Astronomiekurs_Merkurtransit (c) Bischöfliches Gymnasium St. Ursula Geilenkirchen (Dominik Esser)

Wir haben uns schon im Voraus durch Plakate und Arbeitsblätter auf das Ereignis vorbereitet.

Habt ihr durch andere Quellen letztendlich den Merkurtransit doch noch sehen können?

Nein, wir haben an diesem Tag mehr Wert auf die eigene Beobachtung des Merkurtransits gelegt.

Was hat euch bei diesem Ereignis am meisten beeindruckt bzw. gefallen?

Sonne (c) Bischöfliches Gymnasium St. Ursula Geilenkirchen (Michael Kwade)

Am meisten beeindruckt waren wir von der Größe des Merkurs im Vergleich zur Sonne, genauso wie von der Tatsache, dass es auch auf der Sonnenoberfläche spannende Aktivitäten zu sehen gab.

Was gefällt euch am Fach Astronomie besonders?

Hier gibt es mehrere Schülerantworten: Ich bin hier „…weil ich mich schon vorher für Planeten und Sterne interessiert habe.“ „…weil es interessant ist, auch zu sehen, was außerhalb der Erde, also in unserem Universum passiert. Schließlich bekommt man natürlich mehr von dem mit, was hier auf der Erde abgeht.“ „…weil das Fach so vielfältig ist.“ „…weil man neue Varianten des Rechnens kennenlernt.“

Auch der Fachlehrer Herr Kwade sagte im Interview, dass er sich jedes Mal freue, wenn er sähe, dass Astronomie auf dem Stundenplan stehe, weil die Schüler dort meistens besonders viel Interesse zeigen würden. Sie hätten das Fach schließlich selbst und aus eigenem Interesse gewählt.

Information: Himmelskugeln und Planetenbahnen

Plakate des Astronomiekurses zum Merkurtransit