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Leistungskurse Geschichte on Tour: Wenn Geschichte greifbar wird

Besuch Stadtarchiv
Datum:
26. Aug. 2026
Von:
Hannah Kouchen (Schülerredaktion)

Am Donnerstag, dem 25. Juni 2026, machten sich die beiden Leistungskurse des Faches Geschichte von Frau Rutte und Herrn Nohn auf den Weg nach Mönchengladbach, um das dortige Stadtarchiv zu besuchen. Ziel der Exkursion war es, Geschichte nicht nur aus Schulbüchern kennenzulernen, sondern anhand originaler Quellen selbst zu erleben und zu erforschen. Um unsere Exkursion erfolgreich zu starten, trafen wir uns bereits am frühen Morgen am Bahnhof. Gegen kurz vor acht Uhr nahmen wir schließlich den Regionalexpress, obwohl unsere eigentliche Verbindung bereits rund 20 Minuten früher hätte fahren sollen. Mit einer kleinen Verspätung ging es dann jedoch direkt nach Mönchengladbach.

Besuch Stadtarchiv

Nach unserer Ankunft wurden wir zunächst herzlich empfangen und erhielten einen informativen Vortrag über Archive im Allgemeinen. Dabei erfuhren wir, welche Aufgaben Archive übernehmen, wie sie historische Dokumente bewahren und welche vielfältigen Bestände sie verwalten. Uns wurde deutlich, dass Archive weit mehr sind als bloße Aufbewahrungsorte alter Akten. Sie sind das Gedächtnis einer Gesellschaft und leisten einen wichtigen Beitrag zur historischen Forschung. Anschließend durften wir die Magazine im Keller des Archivs besichtigen. Dort bot sich uns ein beeindruckender Anblick: meterhohe Regale voller Akten, Bücher und Dokumente aus unterschiedlichen Jahrhunderten. Es fühlte sich an, als wäre man in eine andere Zeit eingetaucht. Regale, die unzählige Geschichten enthalten. Bücher, die all das festhalten, was für uns längst verloren schien. Doch im Archiv geht nichts jemals wirklich verloren. Jede Quelle bewahrt ein Stück Vergangenheit.

Besuch Stadtarchiv

Besonders spannend war, dass wir selbst in den Regalabteilen nach bestimmten Büchern suchen durften. Außerdem konnten wir verschiedene Akten und historische Karten aus nächster Nähe betrachten und einen Eindruck davon gewinnen, wie sorgfältig solche Quellen aufbewahrt werden. Im praktischen Teil der Exkursion erhielt jede Schülerin und jeder Schüler einen eigenen „Fall“ aus dem 20. Jahrhundert. Genauer gesagt beschäftigten wir uns mit Einzelschicksalen aus der Zeit vor 1945. Dabei arbeiteten wir mit Originalquellen, darunter Wiedergutmachungsakten sowie Unterlagen zu Rentennachzahlungen. Einige der Akten dokumentierten die Schicksale von Menschen, die mehrere Jahre in Konzentrationslagern inhaftiert gewesen waren und die nationalsozialistische Verfolgung nur durch ihre Befreiung durch die Alliierten überlebten. Durch die intensive Auseinandersetzung mit diesen Dokumenten konnten wir die persönlichen Folgen der NS-Herrschaft nachvollziehen und erkennen, wie eng historische Ereignisse mit dem Leben einzelner Menschen verbunden sind.

Besuch Stadtarchiv

Im Anschluss stellten wir unsere Ergebnisse in kurzen Vorträgen vor. Dabei präsentierten wir die jeweiligen Quellen, erläuterten ihren historischen Hintergrund und ordneten sie in ihren zeitgeschichtlichen Zusammenhang ein. So entstand ein vielseitiges Bild unterschiedlicher Lebensgeschichten und gesellschaftlicher Entwicklungen des 20. Jahrhunderts. Zum Abschluss zogen wir gemeinsam ein Resümee. Die Exkursion machte deutlich, wie spannend und lebendig Geschichte sein kann, wenn man mit Originalquellen arbeitet. Der Besuch im Archiv ermöglichte uns einen authentischen Einblick in die historische Forschung und zeigte, wie wichtig Archive für die Bewahrung unserer Vergangenheit sind. Insgesamt war der Tag eine bereichernde Erfahrung, die den Geschichtsunterricht auf besondere Weise ergänzte und Geschichte für uns greifbar werden ließ.