Kooperation mit dem Literaturkurs der Q1:„Wahre Helden, falsche Geschichten“: Bildergalerie zu einer besonderen Aufführung der Theater-AG


Was wäre, wenn die Geschichten, die wir alle zu kennen glauben, plötzlich verändert würden? Wenn Rotkäppchen nicht mehr mutig handelt, Robin Hood seinen Sinn für Gerechtigkeit verliert und Harry Potter in einer Welt landet, in der Gehorsam wichtiger ist als Freundschaft, Mut und eigenes Denken?
Mit dieser spannenden Ausgangsidee brachte der Literaturkurs gemeinsam mit der Theater-AG des Bischöflichen Gymnasiums Sankt Ursula Geilenkirchen das selbst entwickelte Stück „Wahre Helden, falsche Geschichten“ auf die Bühne. Die Zuschauerinnen und Zuschauer erwartete ein fantasievoller, unterhaltsamer und zugleich gesellschaftskritischer Theaterabend, der bekannte Märchen- und Heldengeschichten neu beleuchtete. Die beiden Aufführungen fanden am Mittwoch, dem 24. Juni 2026, sowie am Freitag, dem 26. Juni 2026 (Schüleraufführung), in der Aula der Schule statt.
Ankündigungstext von Katrin Mader-Bleimann und Lars Krömeke

Im Mittelpunkt steht eine Gesellschaft, die von einer autoritären Präsidentin beherrscht wird. Gemeinsam mit der künstlichen Intelligenz Data greift sie in bekannte Geschichten ein und verändert sie nach ihren eigenen Vorstellungen. Was früher von Mut, Widerstand, Gerechtigkeit und Freiheit erzählte, soll nun angepasst, entschärft und kontrollierbar gemacht werden. Aus Heldinnen und Helden, die Fragen stellen und für andere eintreten, sollen Figuren werden, die gehorchen und sich fügen. Damit greift das Stück eine hochaktuelle gesellschaftliche Frage auf: Wie gefährlich ist es, wenn Macht nicht nur Gesetze und Menschen kontrollieren will, sondern auch die Geschichten, Bilder und Vorbilder einer Gesellschaft? Denn Geschichten sind nie bloß Unterhaltung. Sie prägen, woran Menschen glauben, was sie für gerecht halten und wofür sie bereit sind einzustehen. Wer Geschichten umschreibt, verändert auch Werte, Erinnerungen und Vorstellungen von Freiheit.
Die Gesellschaftskritik des Stücks zeigt sich gerade darin, dass Unterdrückung nicht immer laut und offensichtlich beginnt. Sie kann leise anfangen: durch kleine Veränderungen, durch neue „Richtlinien“, durch scheinbar harmlose Eingriffe, durch die Umdeutung vertrauter Erzählungen. Wenn mutige Figuren plötzlich angepasst handeln und Widerstand als Gefahr erscheint, stellt sich die Frage, wie wachsam eine Gesellschaft sein muss, um solche Veränderungen überhaupt zu bemerken. Doch nicht alle lassen sich täuschen. Die Schwestern Ava und Sofia spüren, dass mit ihren Lieblingsgeschichten etwas nicht stimmt. Auf der Suche nach der Wahrheit geraten sie mitten hinein in veränderte Märchen- und Fantasiewelten. Sie begegnen Rotkäppchen, Robin Hood, Maid Marian, Harry Potter, Hermine und Ron, doch nichts ist mehr so, wie es sein sollte. Nach und nach müssen Ava und Sofia entscheiden, ob sie wegsehen oder eingreifen.
