MINT an Sankt Ursula:Erfahrungsbericht zu „OpenMinds“: Ein Stipendium, das Türen öffnet

Die Sankt-Ursula-Schülerinnen Sophia Flecken und Nitika Raj wurden in diesem Schuljahr in das Stipendienprogramm „OpenMinds“ (Science College Overbach/Victor Rolff Stiftung) aufgenommen. Evelyn Tholen ist seit einem Jahr dabei. In den folgenden Artikel berichten die Schülerinnen über ihre Erfahrungen, auch um andere Schülerinnen und Schüler zu motivieren, sich mit dieser besonderen Erfahrung auseinanderzusetzen und sich für dieses besondere Programm zu bewerben. Sophia schreibt über die Bewerbung, Nitika über den OpenMinds-Kennenlerntag und Evelyn informiert allgemein zum Stipendium.
Das Stipendium: Evelyn Tholen
Was verbindet man mit einem Stipendium? Die meisten denken sofort an finanzielle Unterstützung für ein Studium oder an außergewöhnlich gute Noten. Das OpenMinds-Stipendium der Victor Rolff Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Science College Overbach zeigt jedoch, dass ein Stipendium viel mehr sein kann. Hier geht es nicht um Geld, sondern um Erfahrungen, Begegnungen und Möglichkeiten, die den eigenen Blick auf die Welt verändern können.
Über zwei Jahre hinweg erhalten Jugendliche die Chance, kostenlos an Workshops, Exkursionen und spannenden Projekten teilzunehmen und dabei weit über den Unterricht hinauszuwachsen. Auf den ersten Blick scheint Open Minds vor allem für naturwissenschaftlich interessierte Schülerinnen und Schüler gedacht zu sein.
Tatsächlich bilden Biologie, Chemie, Physik oder Informatik häufig den Ausgangspunkt vieler Veranstaltungen. Doch genau hier unterscheidet sich das Stipendium von vielen anderen Programmen. Naturwissenschaften werden nicht isoliert betrachtet, sondern mit Bereichen wie Kunst, Sprache, Philosophie, Medien oder gesellschaftlichen Fragestellungen verbunden. Dadurch entstehen völlig neue Perspektiven und Denkweisen. Wer also glaubt, nicht „naturwissenschaftlich genug“ zu sein, sollte sich davon keinesfalls abschrecken lassen. Viel wichtiger als Vorwissen oder perfekte Noten sind Neugier, Kreativität und die Bereitschaft, sich auf neue Themen einzulassen.
Gerade diese Offenheit macht OpenMinds so besonders. Das Programm fordert dazu heraus, Fragen zu stellen, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und Dinge aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten. Oft entdeckt man dabei Interessen oder Fähigkeiten, von denen man vorher gar nicht wusste, dass sie in einem stecken. Viele Teilnehmende finden dadurch nicht nur neue Hobbys, sondern auch eine bessere Orientierung für ihre Zukunft. Ein weiterer großer Vorteil des Stipendiums sind die Kontakte, die während der gemeinsamen Zeit entstehen. Die Teilnehmer lernen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Expertinnen und Experten aus unterschiedlichsten Bereichen sowie engagierte Menschen kennen, die spannende Einblicke in ihren Berufsalltag geben.
Solche Begegnungen können dabei helfen, Studiengänge oder Berufe besser kennenzulernen und eröffnen manchmal sogar Möglichkeiten für Praktika oder gemeinsame Projekte; Chancen, die man im Alltag oft nicht so einfach erhält. Mindestens genauso prägend sind jedoch die anderen Stipendiatinnen und Stipendiaten. Obwohl alle unterschiedliche Interessen und Persönlichkeiten mitbringen, verbindet sie die Neugier, Neues zu entdecken. Durch die gemeinsamen Workshops, Exkursionen und Gespräche entstehen in kürzester Zeit Freundschaften, die oft weit über das Stipendium hinaus bestehen bleiben. Die Jugendlichen unterstützen sich gegenseitig, tauschen Ideen aus und erleben gemeinsam unvergessliche Momente. Genau diese Mischung aus spannenden Inhalten, persönlicher Entwicklung und einer außergewöhnlichen Gemeinschaft macht Open Minds zu weit mehr als einem klassischen Stipendium.
Es ist eine Gelegenheit, neue Wege zu entdecken, über sich hinauszuwachsen und Menschen kennenzulernen, die die eigene Zukunft nachhaltig prägen können. Wer Interesse daran gefunden hat und die nötigen Voraussetzungen erfüllt, sollte die Chance ergreifen und sich bewerben.
Bewerbung „OpenMinds“: Sophia Flecken
Nachdem meine Biologielehrerin Frau Janßen-Bischofs mich auf das Stipendienprogramm „OpenMinds“ Ende Februar aufmerksam gemacht hatte, habe ich mich danach dort beworben. Die Bewerbung fand online statt. Zunächst musste ich Angaben zu meiner Person machen und anschließend einen typischen Alltagsablauf von mir beschreiben und erklären, woran ich einen „offenen Menschen“ erkenne. Außerdem musste ich eine aus vier kreativen Aufgaben auswählen. Dabei war es ganz egal, ob ich die Aufgabe, in Form eines Textes, eines Bildes oder eines Videos beantwortete. Es ging nicht darum, die perfekte Antwort zu geben, sondern zu zeigen, wer man ist und was einen bewegt.
Nach meiner schriftlichen Bewerbung wurde ich zum Kennenlerntag am Science College Overbach in Jülich eingeladen, wo sich ein ausgewählter Teil aller Bewerber getroffen hat. Während dieses Tages arbeiteten wir gemeinsam in kleinen Gruppen an einer kreativen Aufgabe und stellten unsere Ergebnisse am Ende des Tages vor. Die kreative Aufgabe war, zwei Begriffe aus ganz unterschiedlichen Bereichen miteinander zu verknüpfen und eine Verbindung herzustellen. An diesem Tag lag vor allem der Austausch mit den anderen Jugendlichen sowie das Kennenlernen des Teams von OpenMinds im Fokus.
Etwa zwei Wochen später erhielt ich die Nachricht, dass ich in das Stipendienprogramm aufgenommen wurde. Nun freue ich mich schon sehr auf die bevorstehende Sommerwerkstatt, die in der ersten Woche in den Sommerferien stattfinden wird und auf die vielen weiteren Veranstaltungen in den kommenden zwei Jahren.
Allen, die sich für den MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik), Kunst, Medien oder für gesellschaftliche Themen interessieren und mindestens 14 Jahre alt sind, kann ich sehr empfehlen, sich zu bewerben. Im Auswahlverfahren liegt der Fokus nicht nur auf den Schulnoten, sondern vor allem auch auf der Neugier, das Programm kennenzulernen, der Motivation und dem Engagement.
Kennenlerntag „OpenMinds“: Nitika Raj
Am 9. Mai 2026 durfte ich am Kennenlerntag des OpenMinds-Programms des Victor-Rolff-Stipendiums teilnehmen. Schon vor dem eigentlichen Treffen bekamen wir eine kreative Hausaufgabe, die mir besonders viel Spaß gemacht hat. Wir sollten ein Namensschild gestalten, das unsere Persönlichkeit widerspiegelt. Da ich mich sehr für Naturwissenschaften interessiere, habe ich mein Namensschild mit einem Polfilter gestaltet. Zunächst war mein Name nicht sichtbar. Erst wenn man den Polfilter benutzte, erschien mein Name. Anschließend musste man den Karton drehen. Auf der Rückseite befanden sich dann weitere Informationen über mich, wie meine Begeisterung für Basketball, Musik, meine Herkunft und andere Dinge, die mich als Person ausmachen. So verband mein Namensschild ein physikalisches Prinzip mit meiner eigenen Persönlichkeit und sorgte gleichzeitig für einen spannenden Überraschungseffekt.
Der Kennenlerntag selbst war abwechslungsreich und interaktiv gestaltet. Wir wurden in Gruppen mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern eingeteilt, die wir vorher noch nicht kannten. Gemeinsam sollten wir eine kreative Aufgabe bearbeiten. Besonders spannend fand ich, dass wir zwei unterschiedliche Themen miteinander verbinden mussten. Unsere Gruppe hat die Themen KI und Neurologie und Evolution verbunden. Anschließend sollten wir unsere Ergebnisse präsentieren. Dabei war das Format völlig offen: Statt einer klassischen Präsentation hätten wir auch ein Theaterstück, einen Podcast, eine Diskussion oder eine andere kreative Idee umsetzen können. Diese Freiheit hat dazu geführt, dass jede Gruppe ihre eigenen Ideen einbringen konnte. Zwischendurch gab es mehrere Pausen, in denen wir Zeit hatten, uns besser kennenzulernen oder das Gebäude zu erkunden.
Insgesamt war der Kennenlerntag eine tolle Erfahrung. Ich habe viele nette und engagierte Menschen kennengelernt, interessante Gespräche geführt und gemerkt, wie viel Freude gemeinsames kreatives Arbeiten machen kann. Besonders gefallen hat mir die offene Atmosphäre, in der jede Idee willkommen war.
Ich würde den Kennenlerntag und das OpenMinds-Programm jedem weiterempfehlen, der neugierig ist, neue Menschen kennenlernen und gemeinsam spannende Themen entdecken möchte. Umso mehr freue ich mich jetzt auf die Sommerwerkstatt vom 20. bis zum 26. Juli 2026 und bin gespannt, welche neuen Erfahrungen dort auf mich warten.
Weitere Termine 2026:
18.-20. September 2026: Workshop-Wochenende "Kunst, Architektur & KI"
Ort: Science College Overbac
21. November 2026: Exkursion "Kunst, Architektur & KI"
Ort: wird noch bekannt