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Besuch von Erzbischof Kleda im Rahmen der MISEREOR-Fastenaktion 2026

Misereor-Fastenaktion 2026
Datum:
22. Feb. 2026
Von:
Chris Nettelrodt

Im Rahmen der diesjährigen Fastenaktion von Misereor durfte das Bischöfliche Gymnasium Sankt Ursula Geilenkirchen einen besonderen Gast begrüßen: Erzbischof Samuel Kleda aus Kamerun stellte persönlich das Projekt der Fastenaktion 2026 vor und schenkte unseren Schülerinnen und Schülern eindrucksvolle Einblicke in die Lebensrealität der Menschen vor Ort.

Die Partnerschaft mit Misereor wird an unserer Schule von Frau Janßen-Bischofs und Herrn Nettelrodt betreut. Durch den persönlichen Besuch des Erzbischofs wurde das diesjährige Projekt in besonderer Weise lebendig und greifbar: Die Schülerinnen und Schüler konnten nicht nur über globale Zusammenhänge sprechen, sondern einem unmittelbaren Zeugen begegnen, der aus eigener Erfahrung berichtete und konkrete Beispiele aus seinem Erzbistum schilderte.

Die Situation in Kamerun und die Verantwortung der Kirche

Als Erzbischof von Douala beschrieb Erzbischof Kleda eindrucksvoll seine Aufgabe: Das Bischofshaus sei dort zu finden, „wo die meisten armen Menschen in der Stadt Hilfe suchen – dort ist immer sehr viel los“. Kirche verstehe sich in Douala als Ort der offenen Tür, des Zuhörens und der konkreten Unterstützung. In einer dreijährigen Synode habe man gemeinsam mit den Priestern vor Ort besonders die Situation junger Menschen in den Blick genommen: Ihnen zuzuhören, ihre Probleme ernstzunehmen und sie darin zu begleiten, einen eigenständigen Weg im eigenen Land gehen zu können.

Die Herausforderungen sind groß: Kamerun hat eine sehr junge Bevölkerung – rund 40 % sind unter 15 Jahre alt, das Durchschnittsalter liegt bei etwa 19 Jahren. Gleichzeitig fehlen vielerorts Ausbildungs- und Arbeitsplätze. Anders als in Deutschland wird Ausbildung häufig nicht staatlich finanziert; vielmehr müssen Auszubildende bzw. ihre Familien die Kosten selbst tragen – was für viele kaum möglich ist. Selbst nach höherer Ausbildung bleibt Arbeitslosigkeit ein drängendes Problem. Politische und gesellschaftliche Spannungen sowie strukturelle Ungleichheiten verschärfen die Situation zusätzlich.

Projekt der Fastenaktion 2026: Perspektiven vor Ort schaffen

Vor diesem Hintergrund setzt das von Misereor unterstützte Projekt in Zusammenarbeit mit der CODAS (Comité Diocésain d’Action Sociale) in Kamerun an. Ziel ist es, junge Menschen – Frauen wie Männer gleichermaßen – gezielt zu fördern und ihnen berufliche Perspektiven zu eröffnen. Besonders aussichtsreiche Berufsfelder wie Schneider/in, Elektrotechniker/in, Friseur/in oder Koch/Köchin werden unterstützt, damit junge Menschen sich selbstständig machen und eine eigene Existenz aufbauen können.

Das Projekt verfolgt dabei ein klares Ziel: Junge Menschen sollen im Land bleiben können, um ihre Heimat aktiv mitzugestalten. Migration soll nicht aus Perspektivlosigkeit erfolgen, sondern die letzte Option bleiben. Durch Bildung, Qualifizierung und Begleitung entstehen neue Chancen – für den Einzelnen und für die Gesellschaft insgesamt. 

Mit unseren Schülerinnen und Schülern im Gespräch

In den Gesprächen mit der Klasse 6b sowie dem Q1-Religionskurs von Herrn Nettelrodt berichtete Erzbischof Kleda anschaulich von konkreten Lebensgeschichten und Erfolgen dieser Arbeit. Der direkte Austausch machte deutlich, wie sehr globale Verantwortung und persönliches Engagement zusammengehören. Besonders eindrücklich waren auch die Worte, die er unseren Schülerinnen und Schülern mit auf den Weg gab:

„Ich möchte euch mit auf den Weg geben, dass Bildung im Leben eine wichtige Rolle spielt, einen Sinn im Leben zu finden. Es ist wichtig, sich um sich selbst zu kümmern, seinen Sinn zu finden, sich zu respektieren, aber auch die anderen zu respektieren und sie zu unterstützen. Wir müssen auf andere Menschen aufpassen, sie ansprechen, auf sie Acht geben und ihnen helfen, mit den eigenen Problemen fertig zu werden.“

Diese Gedanken knüpfen unmittelbar an die Botschaft der Fastenaktion an: Solidarität, Gerechtigkeit und die Verantwortung füreinander sind keine abstrakten Begriffe, sondern konkrete Handlungsaufträge.

Abschluss des Tages und Mitwirkung in der Fastenzeit

Begleitet wurde Erzbischof Kleda von seiner Dolmetscherin Stefanie Götzmann sowie von der Misereor-Vertreterin Mirjam Gunther. Besonders erfreulich war zudem, dass Frau Oberthür, inzwischen im Ruhestand, anlässlich dieses besonderen Besuchs an unsere Schule zurückkehrte. Nach den Vorträgen klang der Tag in einem gemeinsamen Gespräch mit der Schulleitung aus. Wir sind dankbar für diese bereichernde Begegnung und stolz darauf, Misereor-Partnerschule zu sein. Unser herzlicher Dank gilt Misereor, die diesen Besuch ermöglicht haben, sowie allen Beteiligten, die zur Vorbereitung und Durchführung beigetragen haben. Der persönliche Austausch mit Erzbischof Kleda hat die Anliegen der Fastenaktion 2026 eindrucksvoll veranschaulicht und nachhaltig in das Bewusstsein unserer Schulgemeinschaft gerückt.

Wir nutzen die kommende österliche Vorbereitungszeit, um für die Misereor-Fastenaktion zu sammeln, und die Situation junger Menschen in benachteiligten Weltregionen am Beispiel Kameruns zu verbessern. Zu diesem Zweck werden unter anderem folgende Pausenaktionen an unserer Schule stattfinden:

  • Donnerstag, 26.2.26 (Kuchenverkauf geleitet von der 10b)
  • Donnerstag, 12.3.26 (Kuchenverkauf geleitet von der 9c)
  • Donnerstag, 19.3.26 (Soli-Brot-Aktion geleitet von der EF).

Bildergalerie (Chris Nettelrodt und Tobias Sodekamp)

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