Überragender Erfolg unserer Schule beim Certamen Carolinum: Johanna Jäger und Maxim Marggraf beeindrucken die Jury des Landesschülerwettbewerbs für die Alten Sprachen

Die Preisträger im Kreis ihrer Mitschüler und Lehrer des LK Latein und GK Griechisch (c) Sascha Jäger
Die Preisträger im Kreis ihrer Mitschüler und Lehrer des LK Latein und GK Griechisch
Datum:
Di 3. Dez 2019
Von:
Joachim Birken

Als sich am Samstag, dem 23.11.2019, Schülerinnen und Schüler des LK Latein und des GK Griechisch der Jahrgangsstufe Q2 mit ihren Lehrern Herrn Cremer und Herrn Birken auf den Weg nach Aachen machten, war die Spannung groß. Eine Schülerin und ein Schüler beider Kurse, Johanna Jäger und Maxim Marggraf, hatten die schwierige Qualifikation bis in die Endrunde des "Landesschülerwettbewerbs für die Alten Sprachen des Landes Nordrhein-Westfalen" geschafft und waren an den beiden vorherigen Tagen gegen die besten Konkurrentinnen und Konkurrenten aus ganz NRW angetreten. Die Preisverleihungsfeier in der Aachener Aula Carolina würde zeigen, welche Preise sie - über den schon großartigen Einzug in die Finalrunde hinaus - errungen hatten.

Für die erste Wettbewerbsrunde, in der die Auswahl zwischen fünf vorgegebenen Themen - zwei griechischen und drei lateinischen - besteht, hatten Johanna und Maxim jeweils eine überzeugende Facharbeit zu einem Latein-Thema verfasst: "Das Dilemma bei der Leitung eines Staates. Untersuchen Sie Ciceros inhaltliche und sprachliche Darstellung seines Dilemmas bei seinem Vorgehen gegen die Catilinarische Verschwörung (Cic. Cat. II 14-16). Beurteilen Sie im Vergleich hierzu die öffentliche Reaktion auf eine politische Entscheidung Ihrer Wahl aus unserer Zeit."

In der zweiten Wettbewerbsrunde, bei der man wiederum die Wahl zwischen Griechisch und Latein hat, waren sie durch eine Übersetzungsklausur aus dem Lateinischen in den Kreis der elf Besten gelangt, die nun zu der am Kaiser-Karls-Gymnasium ausgetragenen Endrunde nach Aachen eingeladen waren.

Die Finalrunde bringt schließlich noch einmal eine Steigerung in das ohnehin schon anspruchsvolle Niveau des Certamen Carolinum, des "Karls-Wettbewerbs" (wie es sich für Aachen gehört). Die Finalistinnen und Finalisten müssen zu einem selbstgewählten Thema unter Einsatz moderner Medien einen freien Vortrag vor einer Jury von Fachleuten aus Universität und Schule halten und sich anschließend noch einem prüfenden Colloquium stellen.

Der "Fanclub" unserer Schule reiste zwar ohne Transparente und Trillerpfeifen an, hoffte aber dennoch - wie auch die Familien der beiden - auf eine nicht nur unterhaltsame, sondern auch preisgekrönte Zeremonie. Feierlich wurde es allein schon durch den prominenten Besuch; hatte sich doch die Ministerin für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen, Yvonne Gebauer, persönlich eingefunden, um den Preis ihres Ministeriums an einen der Endrundenteilnehmer zu verleihen - ein Zeichen für die hohe Wertschätzung und das besondere Renommee dieses Wettbewerbs.

Johanna Jäger mit Prof. Dr. Max Kerner (c) Martin Stangl
Johanna Jäger mit Prof. Dr. Max Kerner

 

Die Mitfiebernden wurden zu ihrer großen Freude nicht lange auf die Folter gespannt. Denn nach der Begrüßungsansprache durch den Schulleiter des Kaiser-Karls-Gymnasiums stand der "Festvortrag einer Preisträgerin oder eines Preisträgers" auf dem Programm. Die ganz Aufmerksamen hatten bereits entdeckt, dass Johanna ein Headset trug. Sie hatte als beste Finalistin nicht nur eines der beiden Stipendien der Studienstiftung des deutschen Volkes erhalten, sondern war auch ausgewählt worden, ihren prämierten Vortrag noch einmal vor großem Publikum zu präsentieren - eine Herausforderung, die gewissermaßen ihrem eindrucksvollen Thema aus dem griechischen Kosmos entsprach: "Totgesagte Sprachen leben länger - erarbeitet anhand des Logosbegriffs aus dem Johannesprolog". Die souveräne Art, mit der sie ihre Aufgabe meisterte, hätte auch manchem Profi zur Ehre gereicht. Der bekannte Aachener Historiker Professor Max Kerner, der die Preise der Studienstiftung überreichte und mit seinen klugen und humorvollen Worten begeisterte, war von Johannas geisteswissenschaftlicher Brillanz so angetan, dass er, der selbst aus der Geilenkirchener Region stammt, einen ihm einst launig verliehenen Ruhmestitel an Johanna sozusagen vererbte, indem er sie zum "totius Selfcanti decus", zur Zierde des ganzen Selfkants, erhob.

Maxim Marggraf mit Dr. Hermann Krüssel (c) Martin Stangl
Maxim Marggraf mit Dr. Hermann Krüssel

Erfolgreich war auch Maxim, der den Preis des Vereins Pro Lingua Latina e.V. erhielt und seinen Vortrag im Publikationsorgan dieses Vereins veröffentlichen darf - gleichsam als erste wissenschaftliche Arbeit. Sein lateinisches Thema "Aeneas - Vorbild für die Römer und für uns? - Antikes und modernes Heldenbild im Vergleich" wusste ebenfalls zu überzeugen und wurde zu Recht unter Beifall ausgezeichnet.

Der gerade eröffnete Aachener Weihnachtsmarkt bot den nach diesen Erlebnissen frohgestimmten Geilenkirchener Ursulanern die Möglichkeit, ihre Freude noch eine Weile gemeinsam zu genießen.

Herzlichen Glückwunsch unseren beiden Preisträgern!