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Argentinien

Flagge Argentinien
 

Alles fing im März 2011 an. Mein Klassenlehrer zeigte mir einen Brief von einem argentinischen Schüler aus der Pestalozzi-Schule, der für seinen dreimonatigen Austausch einen deutschen Austauschschüler suchte. Ich war sofort interessiert, weil ich sehr gerne reise, mich für neue Kulturen interessiere, neue Orte kennen lernen möchte und die spanische Sprache liebe.

So kontaktierte ich diesen argentinischen Schüler per Email und per Facebook, und ich hatte einen sehr guten Eindruck von ihm. Wir hatten ähnliche Interessen, einen sehr ähnlichen Humor, aber wir lebten 15.000 km voneinander entfernt.

Ich wusste noch nicht, was ich vor mir hatte. Was mir auch noch nicht bewusst, war: Ich war kurz davor, die schönsten 6 Monate meines Lebens zu verbringen. 

Am 6. Dezember kam Ivan Verzoub für drei Monate zu mir nach Hause. Glaubt mir, er war mein perfekter Austauschpartner, denn wir kamen sehr gut miteinander aus. Meine Familie mochte ihn sehr. Meine Freunde liebten ihn; er war in der Schule sehr beliebt und „berühmt“.

Ivan erzählt mir viel über Argentinien, und ich konnte es kaum erwarten, meine dreimonatige Reise in dieses entfernte und wunderschöne Land anzutreten.

Der Tag kam endlich. Am 8. März verabschiedete ich mich von all meinen Freunden, Mitschülern und Familienmitgliedern. Am 9. März nahm ich den Flug von Amsterdam nach Ezeiza. Während des Fluges dachte ich:„Wie viele Vierzehnjährige auf der Welt haben überhaupt so eine große Chance? Ich bin kurz davor, eine unglaubliche Erfahrung zu machen, die echt nicht jeder machen kann.“

Ich kam spät abends an und wurde sofort sehr nett von der Familie Verzoub aufgenommen. Sie zeigten mir bereits am ersten Tag den Park von Palermo, und wir hatten ein tolles Asado-Essen. (typisch argentinische Rind-Steaks)

Am Montag war mein erster Schultag; schon da habe ich einen tollen Eindruck von der Pestalozzi-Schule bekommen. Ich wurde sehr gut von den Lehrern willkommen geheißen, und vor allem die Schüler waren sehr nett zu mir.

Im Unterricht konnte ich eigentlich ohne Probleme mitmachen, da ich schon gut spanisch konnte. 

Von einem einfachen „Hallo, ich bin ein Austauschschüler aus Deutschland. Wie geht's dir?“ habe ich sehr schnell enge Freundschaften geschlossen, die bis heute noch bestehen.

Über Argentinien wusste ich vorher nichts. Die meisten Europäer wissen nur, dass man dort gut Fußball spielt, dass die Hauptstadt Buenos Aires ist, und dass man Spanisch spricht. Es gibt sehr viele Klischees über Südamerika, die auch nicht immer stimmen. Zum Beispiel glauben viele, dass es hier fast nur kleine Dörfer gibt, oder dass es das ganze Jahr lang 35 Grad gibt. Und viel Armut! Natürlich gibt es das auch, aber es gibt - wie auch überall auf der Welt - Reich und Arm, Warm und Kalt, Nett und Arrogant, offene und auch verschlossene Leute.

Aber was ich gesehen habe, war was ganz anderes. Eine wunderschöne Stadt, versunken in riesige Bäume und Grünflächen, mit einer sehr sauberen Luft und einem tiefblauen Himmel, sehr chaotisch, aber dennoch wunderschön. Das Zentrum hat viele wunderschöne Sehenswürdigkeiten. Was mir sehr gefallen hat, ist dass die Pestalozzi-Schule jede Woche einen ganzen Schultag für uns Deutsche ausfallen ließ, damit wir deutschen Austauschschüler gemeinsam eine Tour durch Buenos Aires und Umgebung machen konnten. Wir haben sehr viel gesehen und die wichtigsten Viertel besucht. Es war sehr schön!

Außerdem habe ich alleine 2 Wochen in Santos neben São Paulo in Brasilien verbracht. Ich wurde von Verwandten aufgenommen, die ich nicht gekannt hatte. Weil ich Brasilien schon seit langem liebte, wurde mein „Traum“ erfüllt; diese 2 Wochen waren sehr schön und ich habe vieles gesehen.

Das größte „Highlight“ dieses Aufenthalts waren jedoch die Cataratas del Iguazú. Es waren 6 unbeschreibbar tolle Tage dort, die ich mit 8 Austauschschülern und 2 Betreuerinnen, Amra und Marie, verbracht habe, in einem Paradies auf Erden, das meiner Meinung nach jeder Mensch einmal sehen sollte. Die Tage waren perfekt; die vielen Sonnenstrahlen konnten die Farbtöne des Urwaldes verstärken und viele Regenbögen bilden.

Ein besonderes Erlebnis war das Essen. Die Argentinier essen sehr gesund und schmackhaft, immer frisch und abwechslungsreich. Das Beste ist einfach das Asado; noch nie habe ich so leckeres Fleisch gegessen, ich werde es sehr vermissen. 

Die Menschen in Argentinien sind extrem offen und sehr sympathisch; ich habe sie über alles gemocht. Argentinien ist eine multikulturelle Gesellschaft mit vielen Leuten aus unterschiedlichen Ländern. So hat jeder ein bisschen von allem.

Während dieser wunderschönen 3 Monaten habe ich sehr viel gelernt und eine Menge Erfahrung mitgenommen. Heute habe ich Lust, mehr zu sehen, mehr zu erleben, viel zu reisen. In Argentinien habe ich vieles gelernt, und ich habe mich sehr verändert.

Einen solchen Austausch selbst zu erleben kann ich meinen Mitschülern nur empfehlen!


Daniele Bozzi